Entzündungen im Fokus
Blutzucker – raus aus der Achterbahn
Müde nach dem Essen? Heißhunger am Nachmittag? Lust auf Süßes? Dahinter kann ein stark schwankender Blutzuckerspiegel stecken. Erfahre, wie du deine Mahlzeiten so kombinierst, dass dein Stoffwechsel ruhiger arbeiten kann.
Blutzucker – raus aus der Achterbahn
Müde nach dem Essen? Heißhunger am Nachmittag? Lust auf Süßes? Dahinter kann ein stark schwankender Blutzucker stecken. Erfahre, wie du deine Mahlzeiten so kombinierst, dass dein Stoffwechsel ruhiger arbeiten kann.
Blutzucker ist lebensnotwendig. Jede Zelle braucht Glukose als Energiequelle. Problematisch ist nicht der normale Anstieg nach dem Essen, sondern ein dauerhaft ungünstiger Stoffwechsel mit hoher Insulinbelastung und nachlassender Insulinwirkung.
Blutzucker ist nicht der Bösewicht
Nach jeder Mahlzeit steigt dein Blutzucker. Das ist völlig normal.
Die Bauchspeicheldrüse schüttet daraufhin Insulin aus. Dieses Hormon hilft dabei, Glukose aus dem Blut in die Muskel- und Fettzellen zu transportieren. Bei einem gesunden Stoffwechsel funktioniert dieses System sehr effizient. Problematisch wird es, wenn die Zellen zunehmend schlechter auf Insulin reagieren. Dann spricht man von Insulinresistenz, der Vorstufe von Diabetes mellitus Typ 2.
Was passiert bei Insulinresistenz?
Stell dir Insulin wie einen Schlüssel vor. Der Schlüssel ist vorhanden – aber das Schloss reagiert schlechter. Die Bauchspeicheldrüse versucht zunächst gegenzusteuern und produziert mehr Insulin. Lange Zeit kann der Körper diesen Zustand ausgleichen.
Doch dauerhaft erhöhte Insulinspiegel sind ein Hinweis darauf, dass der Stoffwechsel, insbesondere die Bauchspeicheldrüse stärker gefordert ist. Besteht der Zustand zu lang, kann das Gleichgewicht kippen.
Besonders viszerales Bauchfett, Bewegungsmangel und eine dauerhaft hohe Energiezufuhr können die Entwicklung einer Insulinresistenz begünstigen. Da können wir gegensteuern.
Blutzucker, Insulin und stille Entzündungen
Insulinresistenz steht häufig auch mit einer chronischen, niedriggradigen Entzündungsaktivität im Körper in Verbindung. Besonders viszerales Bauchfett kann entzündungsfördernde Botenstoffe freisetzen und dadurch die Insulinwirkung weiter beeinträchtigen. So kann ein ungünstiger Kreislauf entstehen: Insulinresistenz und stille Entzündungsprozesse können sich gegenseitig verstärken.
Du musst Kohlenhydrate nicht streichen
Das ist mir besonders wichtig. Kartoffeln, Haferflocken, Vollkornbrot, Hülsenfrüchte und Obst sind nicht automatisch problematisch, obwohl sie reich an Kohlenhydraten sind. Entscheidend ist die Lebensmittelqualität, die Kombination und die Menge. Hier ein paar Beispiele:
- Ein Apfel ist etwas anderes als Apfelsaft.
- Vollkornbrot mit Avocado und Tomaten ist etwas anderes als Toastbrot mit Marmelade.
- Haferflocken mit Joghurt, Beeren und Nüssen sind etwas anderes als gezuckerte Frühstücksflocken.
- Kartoffeln mit Gemüse und Ei sind etwas anderes als Pommes mit Softdrink.
Der einfach Teller-Trick
Schauen wir bei den Kohlenhydraten einmal genauer hin und kombiniere sie möglichst so:
Eiweiß + Gemüse und /oder Ballaststoffe + etwas gesundes Fett
Dadurch wird die Mahlzeit sättigender und die Aufnahme der Kohlenhydrate verlangsamt sich.
Sehr günstige Kombinationen sind:
- Hafer + Joghurt + Beeren + Nüsse
- Vollkornbrot + Hüttenkäse + Tomate
- Kartoffeln + Gemüse + Fisch
- Linsensalat + Gemüse + Olivenöl
Bewegung nach dem Essen
Für einen gesunden und gut funktionierenden Stoffwechsel ist Bewegung unerlässlich. Eine der einfachsten Strategien überhaupt lautet daher:
Nach dem Essen zehn Minuten gehen.
Wenn du in die Bewegung kommst, werden deine Muskeln aktiviert und sie brauchen Energie. Dann nehmen sie die Glukose (kleinste Bausteinchen aus kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln wie z. B. Kartoffel, Brot, Gemüse) auf direktem Weg auf. Sie benötigen dafür nicht ausschließlich Insulin.
Ein kleiner Spaziergang nach dem Essen kann also sofort den Insulinspiegel entlasten! Doch damit noch nicht genug: Regelmäßige Bewegung verbessert außerdem auch langfristig die Insulinempfindlichkeit unserer Zellen.
Der Rhythmus muss stimmen
Wann wir essen, hat oft wenig mit unserem tatsächlichen Hungergefühl zu tun. Stattdessen bestimmen äußere Einflüsse unseren Essrhythmus: Wir essen, wenn die Kollegen in die Mittagspause gehen, snacken, weil die Schokoladenbox dasteht, greifen zum Stück Kuchen, weil eine Freundin Geburtstag hat, oder naschen im Kino, weil es eben dazugehört.
So verlieren wir zunehmend das Gespür für unseren eigenen, individuellen Essrhythmus. Regelmäßige, vollständige Mahlzeiten und echte Essenspausen bleiben dabei auf der Strecke. Das kann unseren Stoffwechsel belasten.
Denn wenn wir über den Tag verteilt immer wieder essen, wird auch der Insulinspiegel wiederholt angeregt und bleibt länger auf einem erhöhten Niveau. Langfristig kann das Stoffwechsel und Verdauung belasten, das Abnehmen kann dadurch erschwert werden, und es kann sich ungünstig auf die Blutgefäße auswirken.
Ein einfacher Rhythmus kann helfen: Drei vollständige Mahlzeiten am Tag – und dazwischen echte Essenspausen. So bekommt der Körper Zeit, zwischen den Mahlzeiten zur Ruhe zu kommen.
Und Fasten?
Während einer Fastenphase geht die Insulinausschüttung zurück, und der Stoffwechsel erhält eine Phase ohne ständige Nahrungszufuhr. Der Körper schaltet dabei zunehmend von der Nutzung zugeführter Energie auf gespeicherte Energie um.
Genau deshalb kann Fasten – abhängig von Form und Dauer – ein interessanter Baustein für einen metabolisch günstigen Lebensstil sein.
»Entzündungen im Fokus«, eine Serie in 6 Teilen:
- Einleitung: Wenn dein Körper leise Alarm schlägt
- Teil 1: Viszerales Bauchfett – mehr als ein Pölsterchen
- Teil 2: Blutzucker – raus aus der Achterbahn
- Teil 3: Darm – deine innere Gesundheitszentrale (erscheint demnächst)
- Teil 4: omega-3 – gute Fette, gute Signale (erscheint demnächst)
- Teil 5: Bewegung – deine Muskeln als Stoffwechselturbo (erscheint demnächst)
- Teil 6: 7-Tage-Challenge – deine Entzündungsbremse (erscheint demnächst)